Blühende Landschaften 1998-2000

English Title: Blooming Landscapes

Format: watercolour and oil on canvas or wood.
various sizes.

Private collections: Germany and France.

Wenn in Kai Teicherts Bildern auf einem Taplr geritten wird, hat dies weder einen praktischen Nutzen, noch einen bestimmten symbolisenen Wert. Es dient lediglicn dem engenenmen Zeitvertreib. Seine Tiere stammen aus jener Bezienungswelt, Wie sie zwiscnen Menscn und Hund existiert. Hunde als stumme, geduldig wartende Glefährten des Menschen, wie sie beispielsweise von Velàzduez oder Cranach gemalt wurden.

Doch nicht nur die Begegnung von Tier und Mensch, sondern auch des menschliche Miteinander ist in seinen Bildern von einer weltabgewandten Unschuld bestimmt.
Das klingt zunächst nach paradiesiscnen Zuständen - warenn nicnt elle seine Wesen in einer Art autistischer Genügsamkeit gefangen. Selbst neckte, satyrhafte Zwitterwesen oder teufliscne Aliens scheinen hier ihrer Wirkung beraubt und geeint in einem Zustand von Langeweile, ähnlich der unbestimmt andauernden Drehpause eines Fellini Films, bevor das bunt kostümierte Völkchen wieder an den Set muß.

Diese Bilder skizzieren einen Moment, in dem das Drehbuch der Geschichtsschreibung kurz aussetzt, um den Blick auf den poetischen Formenreichtum ziellosen Treibens freizugeben.

Szenen, die in einer unwirtlichen Landschaft spielen. Einer Landschaft, in der dem Gedanken eines arkadischen Lebensentwurfs kein Anhaltspunkt geboten wird, die einzig ale Bühne dient, auf der Mensch und Tier schutzlos Zwischen Himmel und Erde stehen. Ein pré- oder postparadiesischer Schwebezustand, bevor die Tiere wieder im Zoo und die Menschen in der Stadt - oder beide zusammen auf einer Arche Platz finden.

Assoziationen an ,,Wachtturm“-Illustrationen aus den Heften der Zeugen Jehovas beugt Kai Teichert mit malerischer Unschärfe vor - einer erregenden Ungenauigkeit, mit der er sein verspieltes Gesellschaftsbild'zusätzlich auflädt Bilder, in denen, so scheint es, die Menschen Urlaub von inrem alten Ego genommen haben. Bilder, die Lust auf Vielfalt jeglicher Lebensform machen.

Text: Christoph Bannat