Reifen Voegel Knochen Baeume

Saarländische Galerie Palais am Festungsgraben Berlin
Kunsthalle am Hamburger Platz Berlin
Museum Montanelli Praha CZ

Zum Symbol des Autoreifens

Passage aus einem Brief an Jean-Christophe Ammann 2011
...Das Profil von Autoreifen, das sich als endloses Ornament in den Staub gräbt, fesselt mich schon sehr lange: Autoreifen sind uneitle Gebrauchsgüter, die in unserer schnelllebigen Zeit, im Gegensatz zum Auto, ein erstaunlich konstantes Erscheinungsbild haben. Sie sind schwarz wie das Öl, aus dem sie hergestellt werden, zäh und schwer und bedrohlich. Autoreifen taugen als Symbol für unsere Zeit. Buchstäblich auf den Knochenschichten unserer Ende rasen wir heute dahin, zerfahren unsere Welt. Machen sie platt. Reifen sind endloser Weg und ewige Wiederkehr in einem, Bewegung und Stillstand... Für mich ist der Autoreifen ein ebenso kräftiges, archaisches Sinnbild wie beispielsweise das Kreuz, der Schädel, die Rose oder die Milchschale....“

The symbolism of car tires

excerpt from a letter by Jean-Cristophe Ammann 2011
“... I have long born a fascination for car tire profiles imprinted in the dust. Tires are humble utilitarian goods, the look of which has surprisingly changed little, contrary to cars. They are black, like the mineral oil from which they're made, tough, heavy, and somehow awe-inspiring. Car tires provide a fitting symbol for our times. We are literally propelling ourselves along on the bone layers of our earth, driving down the earth. Depleting it. Tires represent eternity's eternal return, movement and stagnation... To me, a tire is just as potent a symbol as, for instance, the cross, the human skull, a rose, or a bowl of milk...”
Translated by Jörg von Stein

Fasan, KT 2013, ooc, 89x89cm, Leihgabe aus Privatbesitz Berlin

Dieses Bild steht am Anfang einer bis heute andauernden Beschäftigung mit dem „Baum“ als Symbol für die vegetativen Kräfte, die unser organisches und geistiges Leben maßgeblich steuern.
Grüne Farbe windelt sich in Form einer Schlange durch das knorrige Geäst eines blattlosen Bäumchens und symbolisiert den Lebenssaft, der wie nach einem langen Winter wieder in seinen Adern empor drängt. Man kann in den Ästen menschenähnliche „Holzgeister“ erkennen. Die Pflanze steht auf trockener Erde inmitten eines liegenden Autoreifens. Ein stolzer Jagdfasan umschreitet den Reifen. Der Vogel trägt eine Tulpe samt Zwiebel im Schnabel, als suche er einen neuen Ort für „seine“ Blume. Gut versteckt im Geäst beobachtet ein kleiner Zaunkönig die Szene. Die schlaglichtartige Beleuchtung von vorne links schafft einen Atmosphäre wie in alten Stillleben: Das Leben zeichnet sich farbenfroh vor dem alles umgebenden Dunkel der ewigen Nacht ab.

Pheasant

KT 2013, Oil on Canvas, 89x89cm, private collection, Berlin

The painting is an early manifestation of the artist's ongoing fascination with trees, which appear emblematic of the sort of primeval vegetative life forms that are so vital for our organic and mental states of being.

A green expanse of colour slithers, snake-like, up a bare tree-trunk, symbolising life's elixir returning after the tree's long hibernation. You can also distinguish human-like creatures among its branches, wood-spirits. The plant stands in dry soil, in the middle of a tire. A proud pheasant traipses around, carrying a tulip complete with bulb in its beak, almost as if looking for somewhere suitable to plant it. A small wren looks on, well protected by the obscurity among the branches. The highlighted foreground recreates the atmosphere of old master still-lives. Life unrolls colourfully against the obscurity of eternal darkness.
Translation Jörg von Stein